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Naturschutzgebiet
"Königsbrücker Heide"

 
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Blick ins Hügelland
 
Übergangsbereich zum Tiefland
 
Offenland inmitten der Waldlandschaft
 
Rohböden durch Panzerketten, 1993
 
Ein riesiger Biotopverbund entsteht.
 
Wolf
 
Das Naturschutzgebiet "Königsbrücker Heide" liegt im ver-
zahnten Übergangsbereich von der sächsischen Hügellandschwelle
zum Südrand des mitteleuropäischen Tieflandes.
Ein Drittel der Fläche befindet sich südlich im Hügelland und
besteht aus Lausitzer Grauwacke, einem sehr alten Sediment-
gestein.
Die größere Fläche ist Tiefland, das von drei Eiszeiten geprägt
wurde. Hier lagern vor allem Kiese und Sande des ältesten
Eisvorstoßes während der Elster-Kaltzeit. Eben ein Altmoränen-
gebiet
im Unterschied zu den Übungsplätzen in Brandenburg.
 
 
 
 
Naturräumlich wird das Schutzgebiet den Königsbrück-Ruhlander
Heiden zugeordnet. Die durchschnittlichen Niederschläge liegen
zwischen 620 und 700 mm. Trotz subkontinentalen Klimacharak-
ters ist eine subatlantische Klimatönung zu verzeichnen, was zu
eigenen regionaltypischen Vegetationseinheiten führt.
 
 
 
 
 
Ein Klimawandel vor ca. 11.600 Jahren beeinflusste massiv die
Landschaftsentwicklung. Großflächig führten Umlagerungen, Ero-
sionen und Bodenbildungen zum heutigen Landschaftsbild. Die
dazu notwendigen Bodensubstrate, wie Schmelzwasserkiese, ent-
standen bereits während der Weichsel-Kaltzeit, als trundraähn-
liche Verhältnisse herrschten. Das Resultat sind die vorherrschen-
den, sehr nährstoffarmen Böden.
In den Tälern entwickelten sich ab der Weichsel-Kaltzeit die heu-
tigen Flussauen. Hier und auf dem Verwitterungsschutt der Grau-
wacke sind die Böden nährstoffreicher.
 
 
 
Das Naturschutzgebiet ging aus dem Truppenübungsplatz (TÜP)
Königsbrück hervor. Mit dessen Ende wurden zwar riesige muni-
tionsbelastete Sandwüsten hinterlassen, doch auf den vom Militär
ungenutzten Flächen der Bachauen konnten sich sowohl Fließge-
wässer als auch Wälder über Jahrzehnte ungestört entwickeln.
Sie stellten Rückzugsgebiete für seltene Tiere und Pflanzen dar.
 
 
 
 
Die "Königsbrücker Heide" befindet sich inmitten zusammen-
hängender Wälder und Forsten. Im Süden schließen sich die
Laußnitzer Heide, ein Staatswaldrevier von mehr als 5.000 ha
Größe und die Bauernwälder des Keulenberges an. Im Norden
wird der Anschluss an die Bergbaufolgelandschaft hergestellt.
So entstehen große zusammenhängende Waldflächen, die
Säugetieren mit enormem Raumanspruch, wie Wolf, Elch und
Luchs Lebensraum bieten. Sie gehörten einst zum Arteninventar
und wurden bei uns im Laufe der Jahrhunderte aus verschie-
denen Gründen ausgerottet.
 
 
 
 
Deshalb ist es wichtig, dass großflächige Bereiche weitestgehend
frei von menschlichem Tun bleiben. Die "Königsbrücker Heide"
kann so als Ausbreitungszentrum und Rückzugsgebiet für gefähr-
dete und störungsempfindliche Tier- und Pflanzenarten wirken.
 
 
 
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  © Naturbewahrung Westlausitz e.V.
  gefördert vom Sächsischen Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft
 
Aktualisiert am 21. Aug. 2009